Totale Mondfinsternis am 31. Dezember 2028 – So kannst du sie in Deutschland beobachten

Am frühen Abend des 31. Dezember 2028 erwartet uns eine beeindruckende totale Mondfinsternis. Erfahre, wann genau sie in Deutschland sichtbar ist, wie eine Mondfinsternis entsteht, warum der Vollmond dann rot erscheint und welche spannende Rolle der Blutmond in Geschichte und Astronomie gespielt hat.

Mondfinsternis 31. Dezember 2028 in Deutschland

Wann ist die nächste Mondfinsternis in Deutschland zu sehen?

In der Nacht von 20. auf 21. Februar 2027 können wir hier in Deutschland eine partielle Mondfinsternis beobachten, die aber kaum auffällt, weil der Mond sich nur durch den Halbschatten der Erde bewegt und deshalb lediglich einen leichten Grauschleier erhält. Spannender wird es dann am 31. Dezember 2028, wenn wir über Deutschland eine totale Mondfinsternis beobachten können. Schon bei seinem Aufgang um 16:20 Uhr zeigt sich der Vollmond in einem Grauschleier, weil er vom Halbschatten der Erde bereits bedeckt ist. Wenig später verdunkelt sich der untere Teil der Mondscheibe, wenn der Mond ganz langsam in den Kernschatten der Erde eintaucht. Die maximale Verdunkelung erreicht er um 17:52 Uhr. Dann präsentiert er sich auch in der typischen blutroten Farbe, weshalb der Vollmond bei einer Mondfinsternis auch "Blutmond" genannt wird. Dementsprechend sind die Mondfinsternisse auf unserem Mondkalender auch als rote Vollmonde gekennzeichnet.

So kannst du die Mondfinsternis in Deutschland beobachten

Um 17:52 Uhr erleben wir in Deutschland die maximale Bedeckung von 100% der Mondscheibe: eine totale Mondfinsternis und damit der klassische Blutmond. Bei klarem Himmel wirst du die rötlich gefärbte Mondscheibe mit bloßem Auge über dem nordöstlichen Horizont erkennen können. Am besten begibst du dich dazu auf einen erhöhten Punkt: einen Berg oder einen Turm etwa. Um 20:40 Uhr endet das Spektakel und der Vollmond wird wieder seine gewöhnliche Farbe annehmen.
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Warum wird der Vollmond bei einer Mondfinsternis rot?

Zum Höhepunkt einer totalen Mondfinsternis ist das Mondlicht nicht etwa verschwunden! Der Mond leuchtet dann in einer tiefroten Farbe. Das liegt daran, dass das kurzwellige blaue Sonnenlicht von der Erdatmosphäre stärker gebrochen wird als die langwelligen roten Lichtstrahlen. Sie schaffen es durch die Erdatmosphäre hindurch und werden, anstatt komplett zu brechen, um die Erde herum "gebogen". So erreichen sie als einzige Lichtquelle die Mondoberfläche, während der Mond durch den Kernschatten der Erde wandert.

Warum gibt es Mondfinsternisse nur bei Vollmond?

Mondfinsternisse können nur bei Vollmond stattfinden, weil dann die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht. Die meiste Zeit wandert der Vollmond aber etwas ober- oder unterhalb des Erdschattens hinter der Erde vorbei. Immerhin etwa zweimal im Jahr passiert es, dass er durch den Erdschatten wandert. Mondfinsternisse finden fast immer in Kombination mit Sonnenfinsternissen statt, die dann zwei Wochen vor- oder nachher zu Neumond zu beobachten sind.
Alle Voll- und Neumonde des Jahres findest du hier!

Warum treten Mond- und Sonnenfinsternisse gemeinsam auf?

Während des betreffenden Mondzyklus liegen Erde, Mond und Sonne nicht nur zu Vollmond, sondern auch zu Neumond exakt auf einer Linie. Mond und Sonne passieren dann zur gleichen Zeit die sogenannten "Mondknotenpunkte" oder "Drachenpunkte". Das sind die Punkte, an denen die Mondbahn die Sonnenbahn kreuzt. Da der Mondschatten auf der Erde sehr viel kleiner ist als der Erdschatten auf dem Mond, kann man die Sonnenfinsternisse im Gegensatz zu Mondfinsternissen nur in einem sehr kleinen Bereich auf der Erde wahrnehmen.

Welche Bedeutung hatten Mondfinsternisse früher?

Im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen, die Teile des tierischen Lebens auf der Erde lahmlegen – Bienen beispielsweise fliegen währenddessen nicht mehr, weil ihnen ohne Sonne die Orientierung fehlt – wirken sich Mondfinsternisse kaum auf die Natur aus. Lediglich wir Menschen haben Mondfinsternisse als schlechtes Omen interpretiert: als ein Vorbote für Katastrophen, Krankheit und Krieg. Wer hingegen wusste, wann sie stattfinden würde, hatte einen Trumpf im Ärmel. 

Christoph Kolumbus und die Mondfinsternis

So zum Beispiel Christoph Kolumbus, der als Seefahrer die Mondfinsternisse nutzte, um die Position seiner Schiffe auf dem offenen Meer zu berechnen. Bei seiner vierten Reise in die Neue Welt strandete er auf Jamaika. Als die Einheimischen ihm nicht mehr helfen wollten, erzählte er ihnen, dass die Götter verärgert seien und ihnen gleich den Mond rauben würden. Tatsächlich begann der volle Mond plötzlich dunkler und röter zu werden ... die verängstigten Insulaner gaben nach und flehten Kolumbus an, er möge ihnen den Mond wieder geben. Die Mondfinsternis ging vorbei, und Kolumbus bekam alles, was er wollte.

Nutze unseren Jahres-Mondkalender, um die Daten für die nächsten Mondfinsternisse parat zu haben!

MONDFINSTERNIS sichtbar in Deutschland

- 20./21. Februar 2027 (Halbschatten)
- 31. Dezember 2028 (Totale Mondfinsternis)
- 26. Juni 2029 (Totale Mondfinsternis)
- 20. Dezember 2029 (Totale Mondfinsternis)

SONNENFINSTERNIS sichtbar in Deutschland

- 2. August 2027 (Partiell)
- 26. Januar 2028 (Partiell)
- 1. Juni 2030 (Partiell)

Foto: NASA