Das Mondrad für Kinder – Teil 3 "Die Planeten"

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Unsere Kinder wachsen auf in einer Welt, in der das Zyklische mehr und mehr verloren scheint. Frische Früchte gibt's im Supermarkt zu jeder Jahreszeit, die Winter sind längst nicht mehr so bedrohlich wie früher und auf Tageslicht ist man dank elektrischer Beleuchtung auch nicht mehr angewiesen. Die wenigsten haben noch die Möglichkeit, den Sternenhimmel mit Mond und Planeten in all seiner Faszination, ohne den Einfluss der städtischen Lichter zu bewundern. Doch das Zyklische ist nicht verloren. Es braucht nur ein bisschen mehr Achtsamkeit, ein bisschen mehr Fokus darauf.

In unserer Serie wollen wir Ihnen ein paar Informationen und Werkzeuge in die Hände geben, wie Sie die Zyklen der Natur, von Sonne, Mond und den Gestirnen zusammen mit den Kindern wieder neu entdecken und erforschen können. Das Mondrad ist dabei ein wunderbarer Helfer und ein anschauliches Modell.


Nicht nur Sonne und Mond ziehen entlang der Ekliptik über den Himmel, auch die Planeten unseres Sonnensystems. Das sind Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Man erkennt sie einmal daran, dass sie – anders als die Fixsterne – ihre Positionen am Himmel stetig ändern. Zum anderen unterscheiden sie sich von den Fixsternen auch in der Art ihres Leuchtens: Während Sterne funkeln und flimmern, leuchtet ein Planet immer gleich. Die Fixsterne bewegen sich alle gemeinsam kreisförmig um den Polarstern. Die Planeten hingegen gehen wie Sonne und Mond im Osten auf und im Westen unter und bewegen sich immer entlang der Ekliptik. Der eigentliche Unterschied zwischen Planet und Stern ist aber der, dass ein Stern ein aus sich selbst heraus leuchtender Gas- und Feuerball ist, während der Planet nur das Licht der Sonne reflektiert. Der Unterschied zwischen Planeten und Monden wiederum ist der, dass sich ein Planet immer um einen Stern bewegt, während sich der Mond zunächst einmal um einen Planeten dreht (und mit ihm gemeinsam dann wiederum um den Stern).

Mit dem speziellen Set für Schulen, das ein astronomisches Mondrad mitsamt Steck-Rille und zehn Planeten zum Anstecken enthält, kann man sich (und den Kindern) die Position der Planeten vor Augen führen und sie mit dieser Hilfe am Nachthimmel finden. Selbstverständlich ist das Set auch für all diejenigen zu haben, die sich einfach gern mit dem Sternenhimmel beschäftigen.


Mit dem speziellen Set bestehend aus astronomischem Mondrad und Planetenscheiben kann man den Lauf der Planeten und ihre Positionen am Himmel mitverfolgen.
Mit dem speziellen Set bestehend aus astronomischem Mondrad und Planetenscheiben kann man den Lauf der Planeten und ihre Positionen am Himmel mitverfolgen.

Oben über dem aktuellen Datum steht immer die Sonne. Die Planeten in der unteren Hälfte kann man am besten nachts beobachten. Aktuelle Planetenstände findet man z.B. bei timeanddate.de.
Oben über dem aktuellen Datum steht immer die Sonne. Die Planeten in der unteren Hälfte kann man am besten nachts beobachten. Aktuelle Planetenstände findet man z.B. bei timeanddate.de.

Wie man die Planeten erkennt

Einige Planeten sind so hell und groß, dass sie den Himmel regelrecht "dominieren", andere sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Wie wir die Planeten sehen, hängt natürlich mit ihrer realen Größe zusammen; aber auch damit wie weit sie von uns entfernt sind. Jupiter und Venus sind nach Sonne und Mond die hellsten natürlichen Objekte an unserem Himmel. Wer von den beiden heller strahlt, hängt damit zusammen, wo sie sich gerade auf ihrer Umlaufbahn befinden. Steht ein Planet in Opposition zur Sonne (also im gegenüberliegenden Sternbild des Tierkreises bzw. um Mitternacht im Zenit), hat er die meiste Leuchtkraft – ähnlich wie der Mond, der als Vollmond am hellsten strahlt. Im Oktober 2022 steht Jupiter im Sternbild Fische der Sonne gegenüber, zudem verläuft seine Bahn gerade relativ nahe zur Erde: zwei Gründe, warum wir ihn zu dieser Zeit extrem früh und hell am Abendhimmel erkennen können. Mars, der erdnächste Planet, kann dem Jupiter ordentlich Konkurrenz machen – vor allem, wenn er sich in Opposition zur Sonne bewegt, wie es im Dezember 2022 der Fall ist. Dann wandert Mars durchs Sternbild Zwillinge auf sehr hoher Bahn über den Himmel. Auch die Venus ist normalerweise sehr gut am Abend- bzw. Morgenhimmel zu erkennen, wenn sie nicht gerade gemeinsam mit der Sonne auf- und untergeht wie im Oktober 2022. Sie ist zusammen mit Merkur einer der beiden (von der Erde aus gesehen) inneren, sonnennächsten Planeten. Der kleine Merkur steht der Sonne so nahe, dass er entweder gemeinsam mit ihr, schon kurz nach ihr unter- oder erst kurz vor ihr aufgeht. Sprich man bekommt ihn eher selten zu sehen. Saturn ist von uns weiter entfernt als Jupiter, weshalb er auch nicht ganz so hell strahlt wie dieser. Dennoch gehört er zu den Planeten, die in der Dämmerung noch vor den Sternen am Himmel sichtbar werden. Bei Uranus und Neptun dürfte es uns mit bloßem Auge schon relativ schwer fallen, sie am Nachthimmel auszumachen. Wer weiß, vor welchem Sternbild sie sich gerade befinden (Uranus in Widder, Neptun in Fische), könnte sie aber bei sehr guten Sichtverhältnissen auch ohne Teleskop erspähen. Je weiter ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto kleiner erscheint er am Himmel. Und desto länger braucht er natürlich, um die Sonne einmal zu umrunden. Während Merkur in 88 Tagen rund um die Sonne rast, braucht Neptun dafür 165 Erdjahre; durchschnittlich 14 Jahre lang wandert er durch ein Sternbild und bewegt sich somit – in unseren Augen – kaum vom Fleck.


 Steckt man die Planeten am Mondrad monatlich neu, kann man gut nachvollziehen, mit welcher Geschwindigkeit sie unterwegs sind oder wann (und warum) sie rückläufig werden.
Steckt man die Planeten am Mondrad monatlich neu, kann man gut nachvollziehen, mit welcher Geschwindigkeit sie unterwegs sind oder wann (und warum) sie rückläufig werden.

Scheinbare Rückwärtsbewegungen

Von der Erde aus gesehen, scheinen alle Planeten hin und wieder ihre Richtung zu ändern. Sie bewegen sich dann plötzlich nicht mehr von Ost nach West, wie gewöhnlich, sondern von West nach Ost über den Himmel. Die beiden inneren Planeten Merkur und Venus sind dann rückläufig, wenn sie auf ihrer Umlaufbahn zwischen Sonne und Erde hindurchwandern. Die Planeten, deren Umlaufbahnen sich außerhalb der Erdumlaufbahn um die Sonne befinden (also alle außer Merkur und Venus), werden dann rückläufig, wenn sie in Opposition zur Sonne stehen und die Erde den äußeren Planeten auf der Innenbahn überholt. Für eine ganze Weile sorgt dieser Überholvorgang dafür, dass der äußere Planet scheinbar rückwärts übers Firmament zieht. Charakteristische Beschreibungen zu jedem Planeten finden Sie auch im Beitrag "Die Planeten, ihre Zyklen und ihre Bedeutung".



Die Rückseiten der hölzernen Planeten-Scheiben kann man selbstverständlich auch bemalen.
Die Rückseiten der hölzernen Planeten-Scheiben lassen sich selbstverständlich auch bemalen.




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