Der Pulsschlag der Natur

Die Bäume sind faszinierende Wesen: Vom winzigen Samen wachsen sie bis zum zig Meter hohen Riesen, werden hunderte Jahre alt und harren stoisch an ihrem einmal gewählten Platz aus. Die Zyklen von Sonne und Mond sind das einzige, was sich im Jahrhunderte langen Leben der Bäume bewegt.

Dementsprechend deutlich reagieren diese sanften Riesen dann – nicht nur auf die vom Sonnenstand bedingten Jahreszeiten, sondern auch auf den Mond. Unter den Pflanzen sind die Bäume diejenigen, die den Winter ohne schützende Schneedecke er- und überleben. Gerade dann scheint der Mond so hell und lange wie sonst nie. Denn in den langen Nächten um die Wintersonnwende zieht der Vollmond seine höchste, längste Bahn des Jahres über den Himmel.

Forscher wie der Schweizer Ernst Zürcher oder der Österreicher Erwin Thoma sind vom Einfluss des Mondes auf die Natur überzeugt und haben den Zusammenhang zwischen Baumwachstum und Mondzyklen in mehreren Studien untersucht.


Angestachelt von der Beobachtung, dass Bohnen in Wasser bei zunehmendem Mond mehr Wasser aufsaugen und bei abnehmendem Mond in der gleichen Zeit deutlich weniger, untersuchte der Schweizer Professor für Holzwissenschaften die Keimung von Samen verschiedener Bäume und Pflanzen in Abhängigkeit zu den Mondphasen – und entdeckte einen Zusammenhang.

Eine weitere Untersuchung brachte zutage, dass Bäume genau mit den mondgesteuerten Gezeiten der Meere mitpulsieren: Der Durchmesser der Bäume wird im täglichen Rhythmus von Ebbe und Flut dicker und dünner – wenn auch nur um einige hundertstel Millimeter. Ebenso pulsieren sie im langsameren Rhythmus der Mondphasen: Während der Mond zunimmt, werden auch die Stämme dicker. Nimmt der Mond ab, werden sie wieder dünner.


"Alles was lebt, pulsiert", sagt Zürcher. "Die Bäume zeigen uns das auf feinste Weise." Von ihnen könne der Mensch lernen, dass alles in Verbindung miteinander und mit dem kosmischen Geschehen steht.


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