Kreise des Lebens

"Rund ist die Urform unseres Lebens", sagt Galsan Tschinag, Schamane der mongolischen Altai-Tuwiner. Der Kreislauf des Werdens und Vergehens und wieder Werdens bestimmte lange Zeit, wie die Menschen die Welt wahrnahmen – und wie sie ihre Umwelt dann auch gestalteten. Der Kreis spiegelte sich wieder in ihrer Kunst, in ihrer Architektur, in ihren sozialen Strukturen und auch im Denken. Unsere Vorfahren orientierten sich an dem, was wiederkehrt, an Ähnlichkeiten. Sie dachten in Vergleichen, in mythologischen Geschichten.


Unsere heutige, mitteleuropäische Kultur hat sich von der natürlichen runden Form weitgehend verabschiedet: in der Architektur, in der Kunst und auch im Denken. An die Stelle des Zyklischen ist das Lineare getreten, das Einzigartige, Unvergleichliche, mit einem Anfang und einem Ende ... und einer immensen Angst vor dem Alter bzw. dem Tod. Vielleicht, weil das Ende unter diesen linearen Bedingungen so unumkehrbar wirkt? Der Kreis des Lebens: zerschnitten zwischen Tod und Geburt?


Lasst uns die Enden wieder miteinander verknüpfen! Lasst uns Kreise bilden, an denen sich unser Denken und Fühlen orientieren kann. Denn so wie wir unsere Welt gestalten, so nehmen wir sie dann auch wahr. Medizinrad, Redekreis, Kreis des Lebens ... Unser Kreis von Sonne Mond und Erde ist natürlich das Mondrad. Welche Kreise fallen euch ein? Schickt mir eure Bilder und ich füge sie in die Galerie ein!

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