Wenn der Mond verheerende Fluten anrichtet

Aktualisiert: 3. Aug.

Dass der Mond an den Meeresufern für Ebbe und Flut sorgt, weiß jedes Kind. Dass diese Auswirkungen bei Voll- und bei Neumond und wenn der Mond der Erde sehr nahe steht, besonders deutlich zu spüren sind, auch. Dass es neben den Mondphasen und der Erdnähe noch einen weiteren Mondzyklus gibt, der Ebbe und Flut beeinflusst, wissen allerdings die wenigsten: alle 18,6 Jahre verstärkt die Kleine Mondwende die Flutberge, während dazwischen die Große Mondwende extreme Fluten eher ausbremst. Zusammen mit dem Klimawandel könnte die Kleine Mondwende in Zukunft für verheerende, monatelange Überschwemmungen der Küstenregionen sorgen, warnt die NASA.


Die Macht des Wassers und des Mondes: Sturmflut (Bild von Jerry Coli von Pixabay)
Die Macht des Meeres ist eng gekoppelt an diejenige des Mondes (Bild von Enrique von Pixabay)

Momentan nähern wir uns einer Großen Mondwende, die im Januar 2025 stattfinden wird. Während der letzten Kleinen Mondwende 2016 war noch nicht so viel Eis an den Polen geschmolzen, dass es den Meeresspiegel bei Springfluten extrem gehoben hätte. Laut den Prognosen von NASA und Klimaforschern wird der ansteigende Meeresspiegel in Kombination mit dem Zyklus der Mondwenden erst ab Mitte der 2030er Jahre, wenn es zur nächsten Kleinen Mondwende kommt, das Risiko von katastrophalen Fluten verschärfen.


Doch was ist das eigentlich, die Mondwende? Sie lässt sich sogar mit bloßem Auge beobachten und hat etwas zu tun mit der monatlich höchsten bzw. tiefsten Bahn des Mondes über unseren Himmel. Immer im Sternbild Zwillinge bzw. im Sternzeichen Krebs zieht der Mond seine höchste Bahn, immer im Sternbild Schütze bzw. Sternzeichen Steinbock seine tiefste Bahn. Momentan lugt er auf dieser tiefsten Bahn zu seinem Zenit gerade mal so über die nahen Baumwipfel. Diese monatliche Amplitude klafft nun von Monat zu Monat weiter auseinander. Im Januar 2025 wird der Mond auf seiner höchsten Bahn einen Vertikalwinkel von knapp 70 Grad erreichen, während er auf der tiefsten Bahn nur maximal 13 Grad über den Horizont steigt: Das ist die Zeit der Großen Mondwende. Weiter oben im Norden wird er dann einige Tage lang gar nicht untergehen und wenig später einige Tage lang gar nicht mehr aufgehen – selbst wenn Vollmond ist. In den darauffolgenden 9,3 Jahren wird diese monatliche Amplitude sich wieder verringern, bis sie nach der Kleinen Mondwende 2034 erneut zur nächsten Großen Mondwende im Jahr 2043 ansteigt.


Aber warum kann es während der Kleinen Mondwende zu höheren Flutbergen kommen als während der Großen Mondwende? Zur Zeit der Kleinen Mondwende weicht der Mond von der Ekliptik – und damit von der Bahnhöhe der Sonne – weniger weit ab als während der Großen Mondwende. Sonne und Mond ziehen dann also deutlicher an einem Strang, wenn sie bei Voll- und Neumond auf einer Linie mit der Erde stehen.

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