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Wie der Mond beim Wachsen hilft

Im Frühling sorgt das Zusammenspiel von Sonne und Mond dafür, dass die Pflanzen zu Beginn ihres Wachstumszyklus einen ordentlichen Schub machen können.


Die Natur in den letzten Zügen des Winterschlafs: Das sind die Charakteristika des Jahreskreises kurz vor der Frühlings-Tagundnachtgleiche. An sonnigen Tagen ist ans Schlafen jetzt allerdings nicht mehr zu denken. Weil die Sonne schon höher über den Himmel zieht und der Schnee – zumindest bei uns am nördlichen Alpenrand – ihr Licht reflektiert, müssen wir dann fast die Augen zusammenkneifen, so grell ist es. Gut so, denn helles, kurzwelliges, "blaues" Licht macht uns wach. Hellwach sozusagen!

Der Kleine Winterling, einer der Frühblüher
Der Kleine Winterling, einer der Frühblüher

Doch auch der Mond macht seinen Einfluss im Frühling geltend – und zwar so deutlich wie sonst in keiner anderen Jahreszeit, wie ich finde. Klar, im Winter zieht der Vollmond seine höchste Bahn und hat die stärkste Leuchtkraft. Doch die Vegetation kann da noch nicht darauf reagieren ... zu kalt ist es hierzulande, zu träge reagiert die Erde auf die nun wieder zunehmende Kraft der Sonne, die täglich höher über den Himmel zieht. Im Frühling, wenn es tatsächlich wärmer und schon deutlich länger hell ist, dann endlich erwacht die Natur! Dann nutzen all die Pflanzen, die mittels Licht ihre Energie gewinnen, wirklich jegliches Tageslicht zum Wachsen. Denn darum geht es nun zuallererst einmal: in die Höhe wachsen! Schnell groß werden! Die besten Plätze an der Sonne sichern!

Der zunehmende Halbmond zieht im Frühling sehr hoch über den Himmel.
Der zunehmende Halbmond zieht im Frühling sehr hoch über den Himmel.

Jegliches Tageslicht: dazu gehört auch der zunehmende Mond in seinem zweiten Viertel, wenn er schon relativ viel Licht abstrahlt und zugleich abends zum Sonnenuntergang schon hoch am Himmel steht. Im Frühling kommt noch hinzu, dass der zunehmende Halbmond seine höchstmögliche Bahn über den Abendhimmel zieht. Das sorgt natürlich dafür, dass es an den Abenden mit zunehmendem Dreiviertelmond länger hell ist; die Pflanzen nutzen dieses Licht, um weiter Energie zu produzieren.

Das funktioniert aber nur, wenn ihre Photosynthese-Kraftwerke eh gerade auf Hochtouren laufen. Andersherum, wenn der abnehmende Dreiviertelmond frühmorgens im Zenith steht und die Pflanzen früher zur Arbeit rufen könnte, braucht es schon ein stärkeres Wecksignal: die Sonne.


Dieser Zyklus ist der Grund, warum die Pflanzen zum Vollmond hin anschieben und sich ihr Wachstum zum Neumond hin verlangsamt. Und weil die Pflanzen im Frühling eben alle Energie in ihr Wachstum stecken, lässt sich die Mondwirkung zu dieser Jahreszeit am besten beobachten. Am allerbesten natürlich bei schönem Wetter bzw. wolkenlosem Himmel. Vielleicht waren diese Beobachtungen auch mit ein Grund dafür, dass unsere Urahnen vor Jahrtausenden den Mond zum Gott der Fruchtbarkeit erkoren – und dass heute noch das einzige Fest im christlichen Kalender, dessen Datum der Vollmond bestimmt, im Frühling stattfindet: Ostern.

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