Wie Ostern mit dem Mond verbandelt ist

Der Mond ist der Grund, warum wir immer erst rechnen müssen, um zu wissen, wann das Osterfest nun eigentlich stattfindet: nämlich am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond nach der Tagundnachtgleiche oder – einfacher gesagt – nach dem Waage-Vollmond, dem Zeichen für Liebe und harmonische Begegnungen.

Ähnlich wie das Osterdatum, ist auch der Mond ein wankelmütiger Geselle. Mal ist er da, mal weg. In etwa so wankelmütig wie die Fruchtbarkeit der Frauen; diesen Zusammenhang entdeckten die Menschen schon früh. Und interpretierten den Mond in ihren Mythen entsprechend.


Auch Wissenschaftler haben schon einen Zusammenhang zwischen den Mondzyklen und der weiblichen Fruchtbarkeit nachgewiesen. Die Würzburger Chronobiologin Charlotte Förster vermutet, dass die Frauen ursprünglich, als es noch kein elektrisches Licht gab, allesamt zu Vollmond bluteten. Wenn die Männer dann ein paar Tage nach Vollmond von der Jagd kamen, ging es bei den Frauen auf deren fruchtbarste Zeit hin. Rund um Neumond schließlich blieb man in den Steinzeit-Nächten besser eng aneinander geschmiegt in der Höhle … Ein Fruchtbarkeitsfest wenige Tage nach dem Frühlings-Vollmond war also der perfekte Zeitpunkt, um die Nachkommenschaft des Stammes zu sichern!


Mondaufgang an der Gießhof-Kapelle (Foto: D. Steigenberger)
Mondaufgang an der Gießhof-Kapelle (Foto: D. Steigenberger)

Die Ostermesse mit der Entzündung des heiligen Feuers findet – ganz anders als die Christmette um Mitternacht – in aller Frühe statt. Ob das auch mit dem Mond zusammenhängt? Denn wenige Tage nach Vollmond steht der abnehmende Mond im dritten Viertel – also noch recht hell – frühmorgens im Zenit über uns. Den Namen "Ostern" trägt das christliche Auferstehungsfest erst seit dem Mittelalter, abgeleitet von der Frühlingsgöttin "Ostara" oder auch "Eostre", dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte. Gemäß der alten Sprach- und Lautgeschichte, die auch mit der Runensprache verbunden ist, bedeutet "Os" Mund, Schoß, Erde, Geburt oder Entstehung. Und "tar" bedeutet zeugen. Auch Osten kommt von dieser ersten Silbe. Im Osten geht die Sonne auf, dort wird sie geboren.

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