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Woher die Namen der Wochentage stammen

Aktualisiert: 10. Mai

Sonntag, Montag ... nicht nur für diese beiden Wochentage standen unsere Gestirne Paten. Betrachtet man deren Namen in anderen europäischen Sprachen, liegen die Zusammenhänge schon viel näher. Aber warum eigentlich haben wir sieben Wochentage? Und warum heißt gerade der erste Tag der Woche Montag?


Die Namen der Wochentage gehen auf die alten Babylonier zurück. Die Römer übernahmen die Einteilung, verwendeten allerdings ihre eigenen Götternamen; genauso wie die Germanen. Neben Sonne und Mond erhielten auch Mars bzw. Tyr (Dienstag, im Französischen „mardi“), Merkur bzw. Wotan (Mittwoch, im Französischen „mercredi“ und im Englischen „wednesday“), Jupiter bzw. Donar (Donnerstag, im Französischen „jeudi“), Venus bzw. Freya (Freitag, im Französischen „vendredi“) und Saturn (Samstag, im Englischen „saturday“) ihre eigenen Wochentage. In den alemannischen Mundarten wird der Dienstag Ziischtig genannt. Auch wenn es so klingt: dieser Ausdruck ist keineswegs eine Verballhornung des hochdeutschen Wortes, sondern geht auf den althochdeutschen Zīestag zurück, also den Tag des germanischen Gottes Ziu, der dem altnordischen Týr entspricht. Unser Samstag geht auf den jüdischen Sabbat zurück. Während beim deutschen "Sonntag" noch die Sonne enthalten ist, gehen das französische "dimanche", das italienische "domenica" und das spanische "domingo" auf die spätere christianisierte Bezeichnung "dies domenicus" zurück: der Tag des Herrn.


Käferparade: für jeden Wochentag ein anderes Design. Aber woher stammen die Namen  der Wochentage wirklich? (Foto: Heiko Stein/pixabay)
Käferparade: für jeden Wochentag ein anderes Design. Aber woher stammen die Namen der Wochentage wirklich? (Foto: Heiko Stein/pixabay)

In den meisten alten Kalendersystemen spielt der Mond eine tragende Rolle. Nicht nur die Länge der Monate orientierte sich an einem Mondphasenzyklus. Auch der zeitliche Abschnitt einer Woche von sieben Tagen geht auf unseren nächsten Himmelsnachbarn zurück, nämlich auf die Dauer eines Mondphasen-Viertels, was man vom Himmel sehr gut ablesen konnte. Schon im dritten Jahrtausend vor Christus hatten sowohl die Babylonier als auch die Sumerer Kalender mit Sieben-Tage-Wochen. In den semitischen Sprachen geht das Wort für Woche sogar auf denselben Wortstamm zurück wie die Zahl sieben. Und auch der japanische Kalender zählt seit jeher sieben Wochentage, die ebenfalls nach Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn benannt sind. Die Bibel zementierte die Sieben-Tage-Woche in ihrem Schöpfungsmythos. Demnach erschuf Gott Himmel, Erde, alle Pflanzen und Lebewesen in sechs Tagen und ruhte sich am siebten aus.


Aber warum folgt jetzt ausgerechnet auf den Sonntag der Montag, danach der Dienstag usw.? Auch das haben wir den Babyloniern zu verdanken. Für sie gab es sieben "Wandelsterne" (also bewegliche Gestirne) an unserem Himmel, die sie nach deren dem damaligen Wissensstand entsprechenden Entfernung zur Erde ordneten: angefangen von Saturn als am weitesten entfernt, über Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur bis zu unserem nächsten Nachbarn Mond. Jeder Stunde eines Tages ordneten sie nun eines dieser Gestirne zu, indem sie die sieben Gestirne immer weiter durchzählten. Weil 24 Stunden nicht exakt durch sieben teilbar sind, ergab sich für die Anfangsstunde eines jeden neuen Tages ein anderes Gestirn. Dieses Gestirn war schließlich Namensgeber für den betreffenden Tag. Nach sieben Tagen wiederholte sich logischerweise das Muster.


Den berühmten Mann im Mond gibt es übrigens auch nur dank der Wochentage – im weitesten Sinne zumindest. Dieter, so nennt ihn Johann Peter Hebel in seinem Gedicht vom "Mann im Mond", ist der Inbegriff eines Nichtsnutz im 18. Jahrhundert: faul und ungläubig, und zu allem Überfluss achtete er auch noch den Sonntag nicht. Ausgerechnet am Tag des Herrn schlug er einen Baum um. Deshalb muss er nun Strafarbeit ableisten und für ewige Zeiten Bäume fällen – in aller Einsamkeit, auf dem Mond droben. Die Moral von der Geschicht': Als gottesfürchtiger Mensch arbeitet man werktags, während der Sonntag dem Dienst an Gott gewidmet ist. War es Absicht, dass der faule Dieter ausgerechnet auf den Mond verbannt wird, weil er den Tag der Sonne nicht geachtet hat? Mit dem Mond-Tag hingegen beginnt wieder die Arbeitswoche.

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2 Comments


Dein Beitrag füllt wieder einmal das umgekehrte Füllhorn meines Wissens auf. Danke dafür....

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Dagmar
Dagmar
May 10
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Danke liebe Waldquelle!

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