Imbolc, Maria Lichtmess und Februa: Feste der Reinigung

Von Irland bis hinab nach Italien waren die Tage Anfang Februar für die Menschen seit jeher bedeutsam. Eines haben die rituellen Feste, die in der Mitte zwischen Wintersonnwende und Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert wurden und werden, gemeinsam: Sie drehen sich allesamt um Reinigung.



Imbolc, das Fest zu Ehren der feurigen Frühlingsgöttin Brigid, war ursprünglich ein Reinigungsfest. Der Name stammt vom altirischen imb-folc, was soviel wie Rundum-Waschung bedeutet. Ähnlich war auch februa, lateinisch für Reinigungsopfer, ein Sühne- und Reinigungsfest im Römischen Reich, bei dem junge Frauen rituell ausgepeitscht wurden, um sie vor Unfruchtbarkeit zu bewahren. Juno, die wichtigste Göttin bei den Römern, trägt übrigens den Beinamen Februa. Für die Christen geht an Maria Lichtmess die Weihnachtszeit – die Zeit, die der Nacht geweiht ist – zu Ende. Früher hieß das Fest auch Mariä Reinigung, denn die 40 Tage, die Maria nach der Geburt des Gottes-Sohnes (manche Übersetzungen der Bibel sprechen auch von der Geburt der Sonne) im Wochenbett zubrachte, sind nun um. Überall werden geweihte Kerzen entzündet: ein Symbol für das Licht, das nun mit aller Kraft zurückkehrt.

Doch was hat Reinigung nun mit der Zeit Anfang Februar zu tun? Der Mond mit seinen winterlichen Extremen von der längsten, dunklen Neumondnacht bis zur längsten, grellen Vollmondnacht übergibt die Regentschaft wieder an die Sonne. Die Tage werden spürbar länger und wärmer; das Wasser und mit ihm die Nährstoffe kommen allmählich wieder ins Fließen. Noch im Verborgenen bereitet die Natur alles auf Wachstum vor. Doch zuvor wird alles noch einmal ordentlich durchgewaschen: Schmelzwasser fließt in Bächen von den Bergen herab, Niederschläge gehen immer öfter von Schnee in Regen über. All das sorgt gern mal für Überschwemmungen.


Vielleicht gibt es aus diesem Grund eine Vielzahl von Wetterregeln rund um Anfang Februar? "Wenns an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit." So und ähnlich lauten die Bauernregeln zu Lichtmess. Was bei der Wetterprognose helfen könnte, ist eine Regel, die Statistiker in Zusammenhang mit den Mondphasen herausgefunden haben: Wenige Tage nach Voll- und nach Neumond häufen sich demnach die extremen Niederschlagsereignisse. Ein Blick auf den Mondkalender könnte sich also lohnen, will man wissen, wie nah der Frühling schon ist!

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