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Mondphase oder Mondzeichen: Was wirkt mehr?

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Viele Mondkalender legen auf die Mondzeichen großen Wert. Doch manchmal widersprechen Mondzeichen und Mondphase einander. Was zählt nun mehr: die Mondphasen oder die Mondzeichen?


Mondphase oder Mondzeichen: Was wirkt mehr?
Mondphase oder Mondzeichen: Was wirkt mehr? (Fotocollage von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay)

Ich glaube, die Mondphasen! Auch die ältesten Mondkalender richten sich hauptsächlich nach Voll- und Neumond; das Zeichen, in welchem der Mond steht, war bis ins 20. Jahrhundert hinein überhaupt nicht wesentlich – und zumindest der Durchschnittsbevölkerung kann es auch gar nicht bekannt gewesen sein. Ein Landwirt mit Sternbild-Kenntnissen hätte den Mond am Himmel des Mittelalters und der Neuzeit immer in einem anderen Sternbild gesehen wie dem, das die heutigen Mondkalender als Sternzeichen nennen. Das hat mit der Präzession der Erdachse zu tun – aber das ist ein anderes Kapitel (und hier nachzulesen).

Dafür war den Menschen früher ein Mondkalender-Detail noch viel geläufiger, das heute immer mehr in Vergessenheit gerät: der auf- und absteigende Mond. Wie die Mondphasen auch ist das ein Zyklus, den man mit eigenen Augen ganz deutlich wahrnehmen kann. Denn er beschreibt die Bahnhöhe, in der der Mond täglich über uns hinweg zieht – mal sehr tief mit einem sehr kurzen Bogen, mal mit einem hohen, weiten Bogen.

Dieser auf- und absteigende Mondzyklus (im Fachjargon der "tropische Monat"), dauert 27 Tage, 7 Stunden, 43 Minuten und 4,7 Sekunden – und damit nur 6 Sekunden kürzer als die Wanderung des Mondes einmal durch die Sternbilder (der "siderische Monat" mit 27 Tagen, 7 Stunden, 43 Minuten und 11 Sekunden). Nach 100 Jahren beträgt die Abweichung beider Zyklen voneinander also gerade mal 2 Stunden.


Kurz: Die Sternzeichen, in denen der Mond laut Mondkalender steht, geben vor allem darüber Auskunft, wie hoch der Mond an diesem Tag über unseren Himmel wandert. Im Sternzeichen Krebs zieht der Mond seine höchste Bahn, im Sternzeichen Steinbock seine tiefste Bahn.

Aber aufgepasst: die Mondkalender orientieren sich meist am

astrologischen System des himmlischen Zifferblattes! Die Himmelsuhr mit ihren SternBILDERN geht infolge der Präzession der Erdachse ein bisschen nach. Das heißt: Wenn wir die Sternbilder lesen können, entdecken wir den Mond zu seiner höchsten Bahn im SternBILD Zwillinge, zu seiner tiefsten im SternBILD Schütze.

Das ist übrigens auch der Grund, warum die Sternzeichen bzw. -bilder auf der inneren Scheibe des Mondrades in einer Wellenlinie angeordnet sind.


Zurück zur Frage, warum die Mondphasen für mich der zentrale Zyklus sind, nach dem ich mich hauptsächlich richte: Voll- und Neumond sind die Hauptverantwortlichen für Springfluten und dafür, ob es nachts heller oder dunkler ist. Wie hoch der Mond dabei steht, wirkt für mich lediglich verstärkend oder abschwächend (ähnlich wie auch der Mondzyklus der Erdnähe und -ferne, der anomalistische Monat). Ein Winter-Vollmond im Zeichen Krebs strahlt mehr als 16 Stunden lang direkt von oben herab. Klar, dass das ganz anders wirkt als der Sommer-Vollmond im Zeichen Steinbock, der ganz geduckt über den Horizont kriecht und gerade mal die Hälfte der Zeit zu sehen ist.

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